Nonino Preis Risit d’Aur Barbatella d’Oro 2018 P(

P(our)

 

BEGRÜNDUNGEN

Schon im Namen, der sich aus OUR und PURE zusammensetzt, erkennt man die Mission der Gruppe. Sie ist auf der Suche nach der „Reinheit“ des Erzeugnisses und „unserer“ Erfahrung, die uns überall auf der Welt vereint. P(our) gründet sich auf drei unerlässliche Paradigmen: Nachhaltigkeit, Wachstum und Wissen. Alex
Kratena, Ryan Chetiyawardana, Jim Meehan, Simone Caporale, Monica Berg, Joerg Meyer und Xavier Padovani – das sind die jungen Barkeeper, die sich dieser nicht leichten Aufgabe gestellt haben. Sie machen es sich zum Ziel, die Grundwerte jeder Gesellschaft wieder aufzubauen – und das sind die gleichen Prinzipien, die den Nonino Preis auszeichnen. Ihr derzeit wichtigstes Projekt betrifft das Amazonasgebiet mit dem PourProject für Amazonien, um Ajì Negro, eine aus Bittermaniok vergorene Sauce zu retten, die seit Jahrhunderten von indigenen Gemeinschaften in den Regenwäldern am Amazonas hergestellt wird. Die Barkeeper-Vereinigung erforscht Vergangenes, ist eingebettet in die Gegenwart und richtet den Blick auf die Zukunft mit dem alljährlichen Symposium, auf dem sie grundlegende Themen unserer Zeit zur Sprache bringt, wie zum Beispiel die Gender-Frage in der Barkeeper Community.
Der Preis wird überreicht von Ermanno Olmi

 

LEBENSGESCHICHTE

P(our) ist ein internationales gemeinnütziges Projekt, das 2016 von Alex Kratena, Ryan Chetiyawardana, Jim Meehan, Simone Caporale, Monica Berg, Joerg Meyer und Xavier Padovani ins Leben gerufen wurde. Das Ziel besteht darin, eine globale Community für Barkeeper, Baristas und Barmitarbeiter, Sommeliers, Bierbrauer, Destillateure und Weinerzeuger zu schaffen, um neue Akzente zu setzen und fantasievolle Trends im Beverage- Bereich einzuführen. Neue Ideen, neue Er(Kenntnisse), Inspirationen, Erlebnisse und Erfahrungswerte sollen die Branche mit Leben füllen.
P(OUR) = OUR + PURE. Our community, Our industry, Our responsability, Pure honest, Pure reliable, Pure uncorrupted. Nachhaltigkeit, Wachstum und Wissen sind selbstbestimmende Kernelemente von P(our). Auf dieser Gewissheit und auf diesen Werten basierend wurde das #PourProject für Amazonien gestartet, bei dem der Bau einer nachhaltigen und umweltverträglichen Produktionsstätte im Amazonas-Regenwald geplant ist. In dem in Zusammenarbeit mit der Architektur-Fakultät der Universität Lima geplanten Gebäude soll Ajì Negro produziert werden, eine aus Bittermaniok vergorene Sauce, die von indigenen Gemeinschaften mit handwerklicher Methode seit über einem Jahrtausend in den Regenwäldern am Amazonas hergestellt wird. Heute wird dieses Naturerzeugnis den bestehenden Grenzen zufolge nur noch vom Bora-Stamm in Peru und Venezuela produziert.
Ein Regenwald wie der Amazonas kennt vom botanischen Standpunkt her keine Grenzen, die den Grundstoff dem einen oder anderen Gebiet zuschreiben könnten. Die Angehörigen des Bora-Stammes wurden bereits zu Anfang des 20. Jh. als Sklaven verdingt, die für die Arbeit in der Kautschuk-Industrie aus ihrem Stammesgebiet in das heutige Venezuela verschleppt wurden. Sie wurden später gezwungen sich in Peru niederzulassen und dort im Regenwald zu arbeiten. Mit dem Ajì Negro-Projekt möchte P(our) die Bora-Bevölkerung im peruanischen Dorf Pucuarquillo (Region Loreto) wirtschaftlich unterstützen, um ihr ein besseres Leben zu ermöglichen. Mit dem Verkauf und Vertrieb dieser Sauce in den Städten können die 44 Familien dieses Dorfes nachhaltig unterstützt werden. Das gesamte Projekt wird von P(our) finanziert und von “Despensa Amazonica”, einer vetrauenswürdigen lokalen Non-Profit-Organisation koordiniert. Letztere wird nicht nur die einzelnen Umsetzungsphasen des Projektes begleiten, sondern auch Schulungen für die Dorfbevölkerung zu “handelsrelevanten Themen” veranstalten, damit dem Unwissen und der daraus entstandenen Ausbeutung, die in den letzten zwei Jahrhunderten zur Täuschung und Ausnutzung dieser indigenen Gemeinschaft geführt haben, ein Ende gesetzt wird. Die Sauce wird in Lima in Flaschen abgefüllt und etikettiert, damit keine Kunststoffflaschen und Einweg-Verpackungen verwendet werden, die den Müllberg und die Umweltverschmutzung des peruanischen Urwaldes erhöhen würden. Zum Amazonien- Projekt kommt noch Symposium hinzu, ein jährlich von P(our) organisiertes Event, das 2017 den Fokus auf das Gender-Thema und die Problematik der Gleichheit und des Andersseins gerückt hat. Auch hier spielen Wertvorstellungen eine Schlüsselrolle, auch und vor allem im Berufsalltag und insbesondere in der Beverage- Branche. Die Events sind kostenlos auf der P(our) -Plattform einsehbar. Mehr unter https://pourdrink.org/.